Geschichte

1998 folgte Prof. Dr.-Ing. Jochen Wiedemann als Nachfolger von Prof. Essers auf den Lehrstuhl Kraftfahrwesen. Im gleichen Jahr wurde Prof. Dr.-Ing. Michael Bargende auf den Lehrstuhl Verbrennungsmotoren (seit 2011 "Fahrzeugantriebe") berufen. Beide Professuren bildeten die Basis des »Kompetenzzentrums Automobiltechnologie Stuttgart«. Die gewünschte Ergänzung erfuhr dieses Zentrum mit der Übernahme des Lehrstuhls Kraftfahrzeugmechatronik durch Prof. Dr.-Ing. Hans-Christian Reuss im Jahr 2004. Die drei Professoren sind Vorstandsmitglieder des FKFS, der Vorsitz wechselt alle zwei Jahre.

 

Die Stärke des FKFS liegt in seinen Prüfständen, die ständig weiterentwickelt werden. So konnte im Herbst 2014 der Fahrzeugwindkanal nach Modernisierungsarbeiten neu eingeweiht werden. Auch der Fahrsimulator, der größte seiner Art an einer europäischen Forschungseinrichtung, leistet als Prüfstand und virtuelle Testumgebung wichtige Dienste. Hinzu kamen desweiteren eine Applikationshalle sowie ein weiterer Prüfstand, der fahrdynamische Kennwerte bestimmt und somit das subjektive Empfinden des Fahrers antizipiert.

1971 übernahm Prof. Dr.-Ing. Ulf Essers den Lehrstuhl für Kraftfahrwesen und Fahrzeugmotoren der Universität Stuttgart und wurde in Personalunion Direktor des FKFS. Neben seinen Aufgaben in Forschung und Lehre plante er den Institutsneubau auf dem Universitätsgelände in Stuttgart-Vaihingen. Die Räume wurden 1978 bezogen und 1988 um eine Windkanalanlage mit einem Modellwindkanal und einem Fahrzeugwindkanal erweitert. Professor Essers begründete den neuen Forschungsschwerpunkt »Geräuschminderung an Kraftfahrzeugen und Motoren«. Neben zahlreichen Projekten zur Geräuschminderung an Motoren und Reifen wurden mehrere lärmarme Nutzfahrzeuge entwickelt und in Prototypen dargestellt. Moderne Motorenprüfstände, auf dem neuesten Stand der Technik und ausgestattet mit der zugehörigen Messtechnik, waren die Basis für eine erfolgreiche Forschung an Motoren, wobei die Verwendung alternativer Kraftstoffe ein Schwerpunkt war. 1993 wurde der Fahrzeugwindkanal zum Aeroakustik- Kanal aufgerüstet und damit zum leistungsfähigsten Aeroakustik-Fahrzeugwindkanal Europas.

Nach 1945 wurde diese Tradition von seinem Nachfolger, Prof. Dr.-Ing. Paul Riekert, fortgesetzt. Nachdem die Schäden des zweiten Weltkrieges behoben waren, konnte die deutsche und europäische Automobilindustrie den Windkanal zwei Jahrzehnte lang nutzen. Dies war ein entscheidender Beitrag zur Führungsposition Deutschlands auf dem Gebiet der Kraftfahrzeug-Aerodynamik. Professor Riekert führte seine Arbeiten zur Fahrzeugdynamik fort, die er bereits vor dem Krieg begonnen hatte. Er entwickelte den »Stuttgarter Reibungsmesser« zur Messung der Griffigkeit der Reifen-Fahrbahn-Kombination.

Im Jahr 1930 gründete Prof. Dr.-Ing. Wunibald Kamm, der erste Ordinarius für Kraftfahrwesen und Fahrzeugmotoren an der Technischen Hochschule Stuttgart, das private und gemeinnützige Forschungsinstitut für Kraftfahrwesen und Fahrzeugmotoren Stuttgart - FKFS. Unter seiner Leitung wurde das FKFS zum größten und einem der führenden Forschungsinstitute auf dem Gebiet des Kraftfahrwesens der damaligen Zeit. Neben zahlreichen Projekten der Fahrzeug- und Motorentechnik war ein Schwerpunkt seiner Arbeit die Kraftfahrzeug-Aerodynamik. Er entwickelte mit dem K-Wagen den Prototyp eines aerodynamisch innovativen Personenwagens und baute den ersten 1:1-Windkanal für Kraftfahrzeuge.